Auftritt der Schatten - Tendenzen der Tanzanalyse und ihre Bedeutung für die zeitgenössische Tanzästhetik am Beispiel des Balletts des späten 20. Jahrhunderts.

http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:gbv:46-diss000006870
https://elib.suub.uni-bremen.de/peid=D00000687
urn:nbn:de:gbv:46-diss000006870
Fenger, Ulrike Josephine
2003
Universität Bremen: Kulturwissenschaften
Dissertation
dance, dance analysis, theatre, performance analysis, theatre theory, Maurice, Béjart, William, Forsythe, Ballet, Tanztheater, Tanzanalyse, Tanz, Aufführungsanalyse
Die Arbeit bietet eine Untersuchung des Entwicklungsstands der Analyse von Theatertanz mittels methodologischer Diskussion und der Darlegung eines Eigenbeitrags zur Erweiterung der tanzanalytischen Systematik. Die Ergänzung des Methodenkatalogs um neue Kriterien, die aus theoretischen Überlegungen zu Kunst und Ästhetik hergeleitet sind, ermöglicht neben einem profunderen Verständnis von Aufführungen, den Tanz im Verhältnis zu seinerGeschichte und zur zeitgenössischen Kunsttheorie wahrzunehmen.Die beiden untersuchten, stilistisch und theatral kontrastierenden Tanzwerke »Ring um den Ring« (M. Béjart, 1990) und »The Vertiginous Thrill of Exactitude« (W. Forsythe, 1996) verwenden das Vokabular und die tradierte Aufführungsästhetik des Balletts zugleich als Medium und Thema. Dies geschieht in beiden Fällen gemäß der strukturierenden und semantischen Funktion eines Mythos so funktioniert Ballett im ersten Stück als narrative Meta-Ebene für den handlungsbestimmenden Kunst-Mythos von Wagners »Ring«, imzweiten wird ein Mythos Ballett formal und in der choreographischen Struktur zitiert. Die Analyse konzentriert sich auf die komparatistische Betrachtung anhand des gemeinsamen Mediums Ballett und der in ihm reflektierten Tanzgeschichte. Sie zeigt, wie die Konzeption beider Werke dem Prinzip der mythischen Bastelei, der »Bricolage« entspricht. Zusätzlich verdeutlichen die Ergebnisse, dass generell Tendenzen der wissenschaftlichen Methodik Kriterien entsprechen, die sich im Tanz selbst widerspiegeln. So offenbaren sich Prinzipien, die die Tanzanalyse methodisch ergänzen. Konstruktionsprinzipien der Choreographierepräsentieren also zugleich charakteristische Aspekte zeitgenössischer ästhetischer Theorie. Dies zeigt, dass Tanzästhetik und theorie in der Tanzwahrnehmung zunehmend interagieren ein Phänomen, das den Theatertanz im untersuchten Zeitraum entscheidend zu prägen beginnt und die Tanzforschung in den allgemeinen kunsttheoretischen Diskurs integriert.
BK
24.15, 24.03, 24.05
DNB
49
2005.10.24/12:16:12
Auftritt der Schatten - Tendenzen der Tanzanalyse und ihre Bedeutung für die zeitgenössische Tanzästhetik am Beispiel des Balletts des späten 20. Jahrhunderts.
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