Einflussfaktoren körperlicher Aktivität von 65-bis 75-Jährigen in Europa: eine ländervergleichende Längsschnittanalyse des Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe (SHARE)

http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:gbv:46-00105874-15
https://elib.suub.uni-bremen.de/peid=d00105874
https://elib.suub.uni-bremen.de/edocs/00105874-1.pdf
urn:nbn:de:gbv:46-00105874-15
Lübs, Lena Lotte
2015
Universität Bremen: Human- und Gesundheitswissenschaften
Masterarbeit
physical activity, older adults, SHARE, influencing factors, health promotion
Hintergrund: Ein wichtiges Ziel in Zeiten des demographischen Wandels ist es, älteren Menschen ein gesundes Altern zu ermöglichen. Körperliche Aktivität (KA) wirkt sich positiv auf fast alle Zivilisationskrankheiten, insbesondere Herz-Kreislauferkrankungen als Haupttodesursache in der EU, aus. Somit kann die Förderung KA dazu beitragen die Gesundheit bis ins hohe Alter zu erhalten. Damit dies gelingen kann, ist es wichtig die Prävalenz und die Einflussfaktoren von KA älterer Erwachsener zu identifizieren. Hier besteht ein erhebliches Forschungsdefizit. Ziel dieser Arbeit ist es in einer ländervergleichenden Längsschnittanalyse des europäischen SHARE-Datensatzes die Prävalenz der KA und die Einflussfaktoren auf die KA bei 65- bis 75-Jährigen zu identifizieren. Methoden: SHARE ist eine paneuropäische Studie im Paneldesign, die mit Hilfe von Computer Assisted Personal Interviewing (CAPI) ein breites Spektrum an Themengebieten abdeckt. Die Wellen 1, 2 und 4 fanden 2004/2005, 2006/2007 sowie 2011/2012 statt. Für die vorliegende Studie wurden Teilnehmer eingeschlossen, die zum Zeitpunkt der Welle 4 65 bis 75 Jahre alt waren und auch an Welle 1 und 2 teilgenommen hatten (n=3846; 54% Frauen; 46% Männer). Es wurde eine Einteilung in 4 Ländergruppen vorgenommen: Mitteleuropa (Deutschland, Österreich, Schweiz; n=810), Nordeuropa (Schweden, Dänemark, Niederlande; n=1143), Westeuropa (Belgien, Frankreich; n=1012) und Südeuropa (Italien, Spanien; n=881). Die Angaben zur KA wurden in 4 Gruppen kategorisiert und jeweils die Einflussfaktoren auf die höchste Gruppe (hohe körperliche Aktivität (HKA)) und auf die niedrigste Gruppe (geringe körperliche Aktivität (GKA)) per logistischer Regression ermittelt. Hierzu wurden Odds Ratios (OR) und 95%-Konfidenzintervalle (95%-KI) berechnet. Ergebnisse: Der Anteil der körperlich inaktiven Personen stieg mit dem Alter in allen Ländergruppen an (63 Jahre: 5,4%; 65 Jahre: 6,0% und 70 Jahre: 9,0%). Etwa ein Drittel der Befragten gehörte zur Gruppe mit hoher körperlicher Aktivität (HKA) (32,5%, n=1244), ein weiteres Achtel zur Gruppe mit geringer körperlicher Aktivität (GKA) (13,2%, n=506). Die Anteile variieren stark zwischen den Ländergruppen (HKA: von 42% (Nordeuropa) bis 21% (Südeuropa); GKA: von 22% (Südeuropa) bis 8% (Nordeuropa)). Stärkster Einflussfaktor für HKA in Welle 4 ist die KA in den Wellen 1 und 2 (Welle 1: OR: 2,1 (95%KI 1,7-2,4); Welle 2: OR: 2,5 (95%KI 2,1-3,0)). Darüber hinaus besitzen Faktoren der körperlichen Gesundheit (Anzahl chronische Erkrankungen: OR: 0,9 (95%KI 0,8-0,9); Aufenthalt im Krankenhaus: OR: 0,7 (95%KI 0,5-0,8)) in Welle 4 einen statistisch signifikanten unabhängigen Einfluss auf die KA in Welle 4. Ein weiterer identifizierter Einflussfaktor ist der Bildungsstand der Eltern (OR: 1,1 (95%KI 1,0-1,2)). Nach Kontrolle für alle anderen Einflussfaktoren sind weder Alter, noch Geschlecht, noch sozioökonomischer Status statistisch signifikant. Fazit: Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die Förderung KA zum einen bereits frühzeitig einsetzen sollte, zum anderen aber auch, dass sie in jedem Lebensalter lohnenswert ist, da sie den wichtigsten prognostischen Faktor für eine spätere KA darstellt
DDC
610
2017.05.03/14:29:43
Einflussfaktoren körperlicher Aktivität von 65-bis 75-Jährigen in Europa: eine ländervergleichende Längsschnittanalyse des Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe (SHARE)
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